H2020-Forschungsprojekt SIMRA - Social Innovations in Marginalised Rural Areas

This project has received funding from the European Union's Horizon 2020 research and innovation... >

Schriftenreihe Nr. 110

Binder, J., Fensl, F, Gahleitner, G.: Das österreichische Klassifizierungssystem für land- und... >

Schriftenreihe Nr. 109

Egartner, S., Weber, N.: Lebensqualität der land- und forstwirtschaftlichen Bevölkerung sowie... >

Rinderbestände auf Bezirksebene

Österreich war der erste EU-Staat, dem die Kommission gestattete sogenannte Verwaltungsdaten für die Erfassung des Rinderbestandes zu verwenden. Ab 2000 wurde der österreichische Rinderbestand aus einer Auswertung der AMA-Rinderdatenbank (RDB) unter Hinzuziehen einer Stichprobenerhebung der Statistik Austria ermittelt.

2004 erreichte Österreich, die Genehmigung dahingehend auszuweiten, den Rinderbestand ausschließlich mittels Auswertung aus der RDB zu erfassen. Für die Ermittlung der Schlacht- und Zucht-/Nutzungskategorien bei Kälbern und Kalbinnen, welche in der Rinderdatenbank nicht ausgewiesen sind, wird eine von der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft entwickelte sog. Faktorenmethode angewendet.

Im Zuge dieser Auswertung aus der RDB ist es nun möglich den Rinderbestand Österreichs auch bezirksweise darzustellen (jedoch ohne Schlacht- und Zucht-/Nutzungskategorien).

Tabellen mit den Bezirks-Rinderbeständen

Bezirke, die weniger als 4 Rinderhalter haben, werden aus Datenschutzgründen nicht ausgewiesen bzw. mit XXX maskiert.

Download Rinder- Bezirksbestaende 1. Dez 2014

Download Rinder- Gemeindebestaende 1. Dez 2014

Der Schwerpunkt der österreichischen Rinderhaltung liegt im westlichen und mittleren Alpenvorland sowie im Wald- und Mühlviertel. Die alpinen Produktionsgebiete weisen relativ dazu geringere Stückzahlen auf. Die Veränderung des Tierbestandes insgesamt zeigt zwischen 2014 und 2015 wie schon im Vorjahr eine leichte Zunahme, viele  Bezirke im östlichen und südlichen Österreich weisen Abnahmen der Bestandszahlen auf.




Der Rinderbesatz je Hektar Landwirtschaftsfläche liegt im westlichen Alpenvorland,  im Wald- und Mühlviertel und in alpinen Randzonen oft über 1 GVE/ha, in den alpinen Regionen meist unter 1 GVE/ha. Die größten rinderhaltenden Betriebe sind im Nord- und Südosten Österreichs – jedoch bei sehr geringer Anzahl der Betriebe - zu finden. Im Berggebiet sind die Rinderstückzahlen je Betrieb durchwegs kleiner. Insgesamt setzt sich die Tendenz zu weniger Rinderhaltern mit größeren Beständen fort.

Im westlichen Alpenvorland und im Mühlviertel sind die Kuhbestände am größten. Dort und in den nördlichen und westlichen alpinen Gebieten liegt der Schwerpunkt bei der Milchkuhhaltung, während in südalpinen Regionen die Mutterkuhhaltung stärkere Anteile aufweist bzw. auch überwiegt. Insgesamt ist die Zahl der Kuhhalter in Österreich rückläufig, ebenso  - aber in geringerem Ausmaß - wie der Kuhbestand.





Die Verteilung der Rinderbestände auf die Gemeinden zeigt die bevorzugten Lagen der Rinderhaltung im Alpenvorland, im Wald- und Mühlviertel und am Alpenostrand. Die Bestände in den alpinen Regionen sind durchwegs geringer und sehr dispers verteilt, z.B. im Tiroler Oberland oder im Gebiet Eisenwurzen äußerst gering.

Ein ganz ähnliches Bild wie oben ergibt die Betrachtung der Verteilung der Rinderhalter. In den Ackerbaugebieten sind nur mehr vereinzelt Rinderhalter - jedoch mit überdurchschnittlich großen Beständen - zu finden. Die Bergregionen weisen zumeist viele Betriebe mit kleinen Beständen auf.





Die Rinderbestände in Österreich weisen seit 2005 eine Abnahme um 2,6% auf. Die Abnahme der Rinderhalter um 25,7% im gleichen Zeitraunm, zeigt eine deutliche Strukturveränderung der Rinderbetriebe. Abnahmen des Rinderbestandes finden sich vor allem in den Ackerbaugebieten im Osten, Südosten Österreichs und im oberösterreichischen Zentralraum. Zunahmen des Rinderbestandes seit 1999 finden sich vor allem in zentralalpinen Bezirken und - auf geringem absoluten Niveau - in wenigen Bezirken im Nord- und Südosten.