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Zusammenfassung

"Development and application of the Milk Processor Optimisation Model for analysing economic implications of supply seasonality and quota removal on Ireland’s milk processing sector". PhD thesis. Dublin, Ireland: University College Dublin (UCD)


Heinschink, K.

2014-09-30

In der vorliegenden Dissertation, betitelt mit "Development and application of the Milk Processor Optimisation Model for analysing economic implications of supply seasonality and quota removal on Ireland’s milk processing sector",

werden mögliche ökonomische Effekte saisonaler Milchanlieferungen und des Auslaufens der Milchquotenregelung auf einen durchschnittlichen irischen Milchverarbeitungsbetrieb analysiert. Das im Rahmen dieser Arbeit entwickelte Milchverarbeiter-Optimierungsmodell (Milk Processor Optimisation Model, MPOM) maximiert den Brutto-Überschuss (definiert als Betrag zur Deckung der marginalen Rohmilchkosten zuzügl. des kalkulatorischen Unternehmergewinns) eines Mehrproduktunternehmens (Trinkmilch, Butter, Cheddarkäse, Kasein, Vollmilchpulver, Magermilchpulver, Molkepulver, Laktose) für einen zwölfmonatigen Planungshorizont. Saisonale Effekte wurden mittels unterschiedlicher Milchlieferprofile (Baseline, Smooth, Seasonal) und Produktpreis-Datensätze in einem quotenbeschränkten (Q-) und einem quotenfreien (NoQ-) Umfeld herausgearbeitet, wobei den Q Szenarien eine jährliche Rohmilchmenge von 273.746 t und den NoQ Szenarien 410.621 t (+50%) Rohmilch zugrunde gelegt wurde. Das MPOM wurde angesichts seines integrierten dynamischen Lagerhaltungs-Moduls für diese Aufgabe als besonders geeignet erachtet. Zentrale Ergebnisse umfassten (a) Kapazitätsnutzung der Rohmilchannahme, Milchprodukteerzeugung und -vermarktung sowie Vertragsarbeit; (b) den optimalen Produktmix sowie Absatzmenge und Lagerbestand; © den Finanzbericht; (d) den Saisonalitätskosten-Bericht; € die Schattenpreise der Inhaltsstoffe Fett, Protein, Laktose sowie den marginalen Erzeugermilchpreis. Modellverhalten und Ergebnisse wurden mittels Sensitivitätsanalysen geprüft.

Smooth erwies sich im Vergleich zu Baseline und Seasonal in ausnahmslos allen Szenarioclustern als resilienter gegenüber Produktpreissenkungen und -fluktuationen und als profitabler für den Milchverabeiter. Die Umstellung von einem saisonalen auf ein flaches Milchlieferprofil (NoQ-Smooth-CBP) erhöhte den Brutto-Überschuss in einem quotenfreien Markt um €c2.21 (verglichen mit NoQ-Baseline-CBP) oder €c3.26 (verglichen mit NoQ-Seasonal-CBP) pro kg Rohmilch. Die damit verbundenen Milchproduktionskosten wurden nicht modelliert, jedoch besteht die Möglichkeit, dass etwaige Mehrkosten der Milcherzeugung den finanziellen Vorteil der Milchverarbeitung übersteigen. Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht ist die Reduktion der Saisonalität bei Milchanlieferungen nur dann vorteilhaft, wenn der Mehrwert der flacheren Milchlieferkurve für den Verarbeiter die aggregierten Kosten für Erzeuger und Verarbeiter übersteigen.