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Zusammenfassung

Ländliche Familienwirtschaften im oberösterreichischen Mittelgebirge. Schriftenreihe der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft Nr. 01.


Kahler, W.Baschant, K.

1962

Die Ergebnisse haben in der vorliegenden Untersuchungen in den einzelnen Abschnitten vielfach zu Überlegungen geführt, die über den Rahmen einer Untersuchung über die wirtschaftliche Existenzlage einer kleinen Anzahl ländlicher Familienwirtschaften in einem kleinen geographischen Raume weit hinausgeführt haben, und die sicherlich nicht nur aus den Ergebnissen allein ausreichend begründet werden konnten. Aber die Anlage der Untersuchung war nicht allein auf betriebswirtschaftliche Probleme beschränkt, sondern auf eine allseitigere Darstellung der wirtschaftlichen Lage der ländlichen Familien, ihrer Ursachen und der Lösung der Probleme abgestellt. Auch in Mikrokosmen oder Teilausschnitten aus größeren Zusammenhängen spiegelt sich der Makrokosmos der Wirtschaft wider. Mögen auch manche Feststellungen und Auffassungen Kritik herausfordern, berichtigt oder ergänzt werden müssen, die heute deutlicher gewordene allgemeine Interdependenz aller Lebenswerte zwingt wieder zu ausgreifenden und vielseitigen Erörterungen; an streng abgegrenzten Bereichen der Forschungsthemen, und -methoden kann kein Genügen mehr gefunden werden, möge dies auch bisherigen "wissenschaftlichen- Ansprüchen widersprechen. Der Glaube an eine voraussetzungslose, werturteilsfreie Wissenschaft isolierter Bereiche, ist heute nicht mehr vorhanden, seitdem die Voraussetzungen und Wertsetzungen dieser selbst offenbar wurden, womit freilich keineswegs hier eine etwaige mangelnde Kontingenz der Feststellungen dieser Untersuchung entschuldigt werden soll.

 

Da der Bereich der Wirtschaft ein Sozialbereich der menschlichen Gesellschaft ist, können ihre Struktur und Funktion und ihre Ergebnisse nicht ohne Einbeziehung der politischen Entscheidungen des freien Menschen erkannt werden. Die Verwirklichung der Einkommensparität für die Landwirtschaft ist vom politischen Wollen der Gesellschaft abhängig. Ihre Notwendigkeit kann aus der direkt wie indirekt wirkenden Sachgesetzlichkeit einer "Wirtschaft im Gleichgewicht" wohl erkannt, aber aus dem Marktmechanismus von selbst nicht erzwungen werden. Die Schicksale der Völker und ihrer Wirtschaft gestaltet der Mensch in freier Entscheidung mit.