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Zusammenfassung

Lebens- und Arbeitsverhältnisse von Haupterwerbslandwirten. Schriftenreihe der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft Nr. 49.


Pevetz, W.

1988

In Österreich wurden in den letzten Jahren einige wichtige Gruppen der ländlich-bäuerlichen Bevölkerung eingehend untersucht: Nebenerwerbslandwirte, ländliche Jugend, Landfrauen, Altbauern. Im Gegensatz dazu liegen für eine - inzwischen allerdings zur Minderheit gewordene - Kerngruppe der bäuerlichen Bevölkerung, nämlich die Haupterwerbslandwirte, nur partielle Befragungen aus einzelnen Bundesländern (z.B. aus der Steiermark) sowie einige Ergebnisse aus IFES/STUGES-Befragungen vor, jedoch keine Repräsentativerhebungen für das gesamte Bundesgebiet. Diese von der ländlichen Sozialforschung bisher eher vernachlässigte Gruppe sollte nunmehr in den Mittelpunkt einer empirischen Untersuchung gestellt werden.

Die Befragung erfolgte im Spätherbst und Winter 1985/86 in Form einer geklumpten (gemeindeweisen) Stichprobe von ca. 1.200 Haupterwerbslandwirten in acht Bundesländern mittels eines voll strukturierten Fragebogens (mit einer abschließenden offenen Frage) im Interviewverfahren. Insgesamt 24 Erhebungspersonen überwiegend aus dem Kreis pensionierter Kammerbediensteter konnten zur Mitarbeit gewonnen werden. Die Arbeit mit orts- bzw. regionsgebundenen Erhebern sowie die Hauptdifferenzierung der Ergebnisse nach vier Gemeindetypen ließ nur eine gemeindeweise Erhebung in Frage kommen. Die auf Grund bestimmter Vorgaben sowie der verfügbaren Erhebungspersonen ausgewählten insgesamt 35 Gemeinden gliederten sich in 7 Agrargemeinden, 11 Berggemeinden, 6 Grenzlandgemeinden und 11 industrienahe Gemeinden. Die Gemeindeangaben auf dem Fragebogen wurden verschlüsselt. Zu befragen war "der Betriebsleiter"; als solcher galt im Zweifelsfall, wer tatsächlich die betrieblichen Entscheidungen trifft, also die "dispositive Leitung" innehat.

Die Befragung umfaßte folgende Themenbereiche: persönliche und familiäre Angaben, Betriebsverhältnisse, Arbeitsverfassung und Maschineneinsatz (einschließlich überbetrieblicher Zusammenarbeit), Absatzverhalten (einschließlich Direktabsatz), Einkommensverhältnisse, Einstellung zum Nebenerwerb, Information und Beratungskontakte, Lebensstandard und Versorgung, Freizeit, Erholung und Sozialkontakte, Gesundheit und ärztliche Versorgung, allgemeine Lebens- und Berufsansichten sowie eine abschließende Textfrage nach dem persönlichen Hauptproblem.

Aus Raumgründen konnte leider eine Reihe an sich sehr interessanter Themenbereiche kaum oder überhaupt nicht zur Sprache kommen: Neben den (wohl immer noch "tabuisierten") ehelichen bzw. sexuellen Beziehungen der ganze Bereich Religion-Kirche-Ethik, der Bereich Politik-, der Bereich Umweltverhalten - ökologisches Bewußtsein - Einstellung zum "Bio"-Landbau, der Bereich der Nachbarschaftsbeziehungen, das berufsständische Denken (Solidarität oder Konkurrenz), die Einstellung zu Grund und Boden (Ware oder Substanz), die Situation der Landfrau (hierüber bestehe allerdings schon eine Reihe von Spezialuntersuchungen), die gesellschaftliche Integration der Bauern, usw. Insgesamt bleiben jedenfalls auch nach dieser Erhebung für die bäuerliche Sozialforschung noch Themen in Überfülle offen.

Insgesamt konnten 1.174 Fragebögen ausgewertet werden. Davon entfielen 26,1 % auf Agrargemeinden, 35,7 % auf Berggemeinden, 14,5 % auf Grenzlandgemeinden und 23,8 % auf industrienahe Gemeinden.

89,4 % der Befragten waren männlich , nur 10,6 % weiblich. (Betriebszählung 1980: 91 % männlich, 9 % weiblich.) - Nach dem Alter waren fast 17 % der Befragten bis 35 Jahre und 61,4 % 35-55 Jahre alt; diese im Vergleich zur LBZ scheinbar stärkere Repräsentierung der jüngeren Betriebsleiter erklärt sich aus dem Umstand, daß die LBZ auch die pensionierten Betriebsleiter berücksichtigt, während in unsere Befragung nur Betriebsleiter bis zu 60 Jahren einbezogen wurden. Immerhin 18 Betriebsleiter bzw. 1,5 % waren sogar unter 25 Jahre alt. - Dem Familienstand nach waren 82,1 % verheiratet, 13,5 % ledig, 3,7 % verwitwet und nur 0,6 % (7 Befragte) geschieden. Hierin zeigt sich eine signifikant niedrigere Scheidungsziffer in der bäuerlichen Bevölkerung.

Die verheirateten Betriebsleiter hatten ganz überwiegend (zu 87,3 %) einen Ehepartner (ebenfalls) bäuerlicher Herkunft. Von den 10,5 % verheirateten Betriebsleitern bis zu 35 Jahren hatten allerdings bereits 22,6 % einen Ehepartner nichtbäuerlicher Herkunft, von der jüngsten Altersgruppe sogar 50 %, von den über 50jährigen dagegen nur 7,2 % (Mittelwert: 12,7 %). Der Anteil der Ehepartner bäuerlicher Herkunft war ferner mit über 90 % bei den Betriebsleitern nichtbäuerlicher Abstammung am höchsten (was sich wohl aus der Notwendigkeit, irgendwo "einzuheiraten" erklärt). Bei 75,8 % der Befragten war der Ehepartner Mitbesitzer des Betriebes.

Das Alter der ersten Eheschließung variiert zwischen 17 und 46 Jahren; bis zu 30 Jahre alt waren bei ihrer ersten Verheiratung immerhin fast 62 % der Befragten, dagegen nur 1,2 % über 40 Jahre alt. Mit 25 Jahren waren knapp 42 % der befragten Männer, dagegen bereits über 67 % der Frauen verheiratet. Der vermutete positive Zusammenhang zwischen dem Heiratsalter und dem Alter bei der Betriebsübernahme konnte bestätigt werden.

Nach dem Beruf des Vaters stammten die befragten Betriebsleiter ganz überwiegend (zu 91,2 %) aus Familien von Haupterwerbslandwirten; nur 4,4 % der Väter waren Nebenerwerbslandwirte und 3,9 % keine Landwirte gewesen. - Der Kinderreichtum der bäuerlichen Familien erscheint bisher vom Generationswechsel noch weitgehend unberührt; das zeigt ein Vergleich der Geschwisterzahlen der befragten Bauern mit der Zahl ihrer eigenen Kinder. Im Durchschnitt aller Gemeindetypen hatten 90,5 % der Befragten Geschwister, in den Berggemeinden sogar 96,2 %. 60 % der Befragten hatten 1-3 Geschwister, 40 % mehr als 3 Geschwister. Besonders hohe Geschwisterzahlen bewegen sich zwischen 10 und 18. Der Einfluß den Gemeindetyps bzw. des Bergbauerntums ist hier ganz deutlich. Nicht einmal ein Drittel (30,1 %) der Befragten waren das älteste unter ihren Geschwistern. Mit nur 26 % am seltensten das älteste Kind waren die Betriebsleiter in den Berggemeinden. Das "Ältestenrecht" der Erbfolge - auch früher keineswegs allgemeingültig - wurde also in der Praxis weitgehend abgebaut.

Kinderlos waren nur 12,7 % der Befragten, u. zw. nur 9,6 % der Landwirte in Berggemeinden, dagegen über 14 % in allen übrigen Gemeindetypen. Noch eindrucksvoller ist der Unterschied zwischen Ost- und Westösterreich. Bezüglich der Kinderzahl hatten von den Befragten mit Kindern 66,1 % 13 Kinder, 15,9 % vier Kinder und 18 % mehr als vier Kinder. Vergleicht man diese Werte mit den Geschwisterzahlen, so zeigt sich doch ein gewisser Rückgang der Kinderzahlen auch in den bäuerlichen Familien. Ausgeprägt sind auch hier die Unterschiede zwischen den Gemeindetypen und Bundesländern; das Schlußlicht bildet Niederösterreich. 35-45jährige Betriebsleiter hatten zu 8,4 % mehr als 4 Kinder, 50-60jährige dagegen zu 26,4 %. Das Alter der ältesten Kinder bewegte sich zwischen 1 und 40 Jahren, das der jüngsten zwischen 1 und 32 Jahren. Die Zahl der Personen in den Haushalte bewegte sich zwischen 1 und 13. 2,6 % Einpersonenhaushalten und 8,8 % Zweipersonenhaushalten standen 2,4 % Haushalte mit 10 und mehr Personen gegenüber. Die Großhaushalte konzentrieren sich in den Berggemeinden. Onkel, Tanten, entferntere Verwandte und/oder familienfremde Personen lebten nur mehr in 10 % der Haushalte der Befragten.

Die Grundschulbildung der von uns befragten Betriebsleiter beschränkte sich zu drei Vierteln auf das unterste schulische Niveau: 75,5 % hatten lediglich Volksschulabschluß, 22,8 % Hauptschulabschluß, 1,7 % Mittelschulabschluß, kein einziger einen nichtlandw. Hochschul- bzw. Universitätsabschluß. In den Berggemeinden war der Anteil der Volksschulabsolventen mit 86,2 % Überdurchschnittlich hoch. Auch das fachliche Ausbildungsniveau der Befragten erwies sich als eher niedrig: 41,5 % hatten überhaupt keine fachliche Ausbildung, 23,9 % nur die landwirtschaftliche Berufsschule, 21,4 % die Fachschule, 9,3 % die Meisterprüfung, 0,7 % die landwirtschaftliche Mittelschule. Nach Gemeindetypen hatten die Grenzlandgemeinden mit 60 % den höchsten Anteil von Landwirten, mit Abstand gefolgt von den Berggemeinden (47,2 %). Nach dem Alter hatten nur 4,7 % der bis zu 30jährigen, dagegen 53 % der über 45jährigen überhaupt keine fachliche Ausbildung. Die Betriebsgröße spielt beim Niveau der fachlichen Ausbildung eine signifikante Rolle.

Bezüglich der allgemeinen Ausbildung bzw. der Ausbildungspläne für die Kinder gaben nahezu 90 % nur den Hauptschulabschluß an; die Allgemeinbildung der Bauernkinder hat sich somit im Vergleich zur Elterngeneration praktisch nicht verbessert. Besser steht es um die fachliche Ausbildung des/der vorgesehenen Hofeben/in: Im Gegensatz zu den Betriebsleitern hatten sämtliche vorgesehenen Hoferben irgendeine Fachbildung absolviert oder strebten eine solche an, u. zw. sogar zu 22,4 % die Meisterprüfung. Dennoch besteht eine Beziehung zwischen der fachlichen Ausbildung des Betriebsleiters und derjenigen seines Hoferben. Je größer der Betrieb, desto besser im allgemeinen auch die (erreichte bzw. angestrebte) berufliche Qualifikation des Erben; dieser Zusammenhang ist allerdings schwächer als bei den Betriebsleitern. Ein deutlicher positiver Zusammenhang besteht zwischen der "Sicherheit" der Betriebsnachfolge (in der subjektiven Sicht der befragten Betriebsleiter) und der Qualität der Ausbildung des Hoferben. Je günstiger die Betriebsstruktur, je sicherer das hauptberufliche Verbleiben in der Landwirtschaft, desto höher ist der Anteil der Landwirtschaftsmeister sowohl in der derzeit wirtschaftenden als auch in der kommenden Bauerngeneration.

Nach der flächenmäßigen Betriebsgröße ergab sich eine Konzentration der Kleinbetriebe unter 5 ha in den Grenzlandgemeinden (vor allem Weinbau, nordöstliches Niederösterreich); die allgemein ungünstige sozialökonomische Struktur dieser Region wird hier durch die schlechte Agrarbetriebsstruktur deutlich verschärft, sodaß hohe Abwanderungsraten und Überalterung kaum verwundern. Als ökonomisch aussagekräftiger erwies sich eine Gliederung der Betriebe nach dem Einheitswert. Eine Gliederung nach Standardbetriebseinkommen wäre noch aussagekräftiger, ist aber in Österreich erst in Vorbereitung. Wie schon bei der flächenmäßigen Betriebsgröße treten auch bei den Einheitswerten die Ackerwirtschaften deutlich hervor. 85 % der Befragten hielten in einem "wirtschaftlich bedeutenden" Ausmaß Vieh. 41,6 % der Befragten bewirtschafteten Bergbauernbetriebe (LBZ 1980: 37,5 %). (Vgl. Kapitel 6.2)

Was den Zeitpunkt der Hofübernahme anlangt, hatte fast die Hälfte der Befragten (47,6 %) ihren Hof bereits vor 10-25 Jahren übernommen; seit mehr als 25 Jahren wirtschafteten 24,6 %, "Neuübernehmer" (Übernahme vor weniger als 5 Jahren) waren 14,5 %.Von dieser letzteren Gruppe waren gut zwei Drittel bis zu 35 Jahre alt, älter als 45 Jahre dagegen nur knapp 9 %. Bemerkenswerterweise waren von denjenigen Betriebsleitern, die schon vor mehr als 25 Jahren übernommen hatten, zum Übergabezeitpunkt nahezu 80 % höchstens 30 Jahre alt gewesen, um gut 20 %-Punkte mehr als in der jüngsten Übernahmegruppe! Bei einem theoretischen allgemeinen "Ältestenrecht" in der Erbfolge wäre der Hoferbe im 65. Lebensjahr seines Vaters in der Regel umso jünger, je später sein Vater seinerseits die Hofnachfolge antreten konnte.

Was das Alter bei der Betriebsübernahme anlangt, hatten von den derzeit wirtschaftenden Betriebsleitern 62,2 % den Betrieb im Alter bis zu 30 Jahren übernommen; 33,3 % waren zu diesem Zeitpunkt 30-40 Jahre alt, nur 8 "Jungbauern" hatten bis über ihr 50. Lebensjahr hinaus auf die Hofübernahme warten müssen. In Grenzlandgemeinden fiel ein besonders hoher Anteil junger Übernehmer (75,3 % unter 30 Jahre) auf. - Bezüglich der Form der Betriebsübernahme herrschte bei den befragten Betriebsleitern der Erbgang mit Übergabevertrag bei weitem vor. Dabei handelt es sich in der Regel wohl nur um Facetten ein- und desselben Vorganges. In weitem Abstand folgen die Pacht (10,9 %), die Einheirat (4,3 %), der Kauf (1,5 %) und die Leibrente (0,9 %). Eine zunächst pachtweise Übergabe an Stelle sofortiger Erblassung muß auch im Zusammenhang mit der Bauernpension gesehen werden. - 78 % der Befragten haben den Betrieb von ihren eigenen Eltern, weitere 14,6 % von den Schwiegereltern übernommen; auf entferntere Verwandte entfielen 5,2 %, auf "andere" Personen 2,1 %. In 11 Fällen erfolgt die Übernahme durch Adoption des derzeitigen Betriebsleiters. Bemerkenswert als Hinweis auf eine "verborgene" Dynamik der Agrarstruktur ist das gar nicht seltene Auftreten "kombinierter" Übernahmeformen sowie der Übernahme von Eltern und Schwiegereltern, in einzelnen Fällen sogar außerdem noch von einem Dritten, z.B. einem Onkel, was eine Verschmelzung von 2-3 Betrieben in der Hand den Erben bedeutet.

Nach der Art der Inhaberschaft bewirtschafteten 91 % der befragten Bauern und Bäuerinnen ihren Betrieb als Eigentümer, ein höherer Anteil als die ursprüngliche Hofübernahme ins volle Eigentum (rund 85 %). In 19 Fällen wurde ausdrücklich eine kombinierte Rechtsform (teils Eigentum, teils Pacht) erwähnt, die in Wirklichkeit wohl noch häufiger sein dürfte.

Bezüglich der Sicherheit der Betriebsnachfolge bezeichneten 68,5 % der Befragten "so, wie es jetzt aussieht", die Hofnachfolge als "gesichert". 17,6 % hielten die Nachfolge bzw. die Person des Nachfolgers für "fraglich", 13,9 % für "nicht gesichert", d.h. sie hatten keine konkrete Vorstellung, wer bzw. ob überhaupt jemand übernehmen würde. Entscheidend für die Beurteilung der Wahrscheinlichkeit einer Betriebsnachfolge ist das Vorhandensein oder Fehlen eigener Kinder. Bei "gesicherter" Betriebsnachfolge wurden in über 97 % ein Sohn bzw. eine Tochter als Nachfolger genannt; auf Neffen bzw. Nichten entfielen 1,9 %, alle übrigen Varianten waren bedeutungslos. Sind Söhne und Töchter als potentielle Erben vorhanden, wird auch heute noch mit starker Mehrheit (in 79,5 % der Fälle) einem Sohn der Vorzug als Übernehmer gegeben. Die derzeitige Tätigkeit des vorgesehenen Übernehmers bzw. der Übernehmerin zum Befragungszeitpunkt streut in erster Linie entsprechend ihrem Lebensalter sowie indirekt auch in Abhängigkeit vom Lebensalter des Betriebsleiters.

Was die vorgesehene Übergabeart anlangt, nannte fast die Hälfte der Befragten (46,3 %) (als Hauptform) die volle Übergabe an den Nachfolger bei Erreichung der Bauernpension. Als vorgesehener Übergabezeitpunkt trat die Dominanz der Bauernpension im bäuerlichen Bewußtsein mit 69,4 % "Übergabe zum Pensionierungszeitpunkt" noch stärker hervor. Nach Bundesländern ist der insgesamt stark überwiegende Pensionierungszeitpunkt als Übergabetermin im Burgenland und Niederösterreich mit 84 bzw. 81 % besonders dominierend, während er in den Alpenländern mit nur 31-37 % deutlich zurücktritt.

"Wesentliche Änderungen in ihren Betrieben planten zum Erhebungszeitpunkt nur 14,4 % der Befragten. Nach Bundesländern planten die in Niederösterreich mit fast 21 % am häufigsten betriebliche Änderungen, während die Salzburger überhaupt keine Änderungsabsichten hatten. Bei der Absicht, zu spezialisieren, ließ sich kein derartiger Schwerpunkt erkennen. Mit der Betriebsgröße nimmt das Interesse an (bzw. auch die objektive Möglichkeit zu) tiefergreifenden betrieblichen Änderungen zu. Unter allen möglichen Änderungsoptionen überwogen die FIächenaufstockungen deutlich mit 78,4 % aller Antworten, angesichts der klein- und mittelbetrieblichen österreichischen Agrarstruktur durchaus zu erwarten. Dabei stand die Zupacht mit 44,4 % vor dem immer teurer werdenden Zukauf mit 34 %. Mit zunehmendem Lebensalter sinkt das Interesse an Flächenzupachtungen als wichtigster geplanter betrieblicher Änderungsmaßnahme deutlich. Die Aufstockungsaktivität ist offenkundig keine Funktion der Betriebsgröße (also des "objektiven" Aufstockungsbedürfnisses), sondern der betrieblichen und finanziellen Leistungsfähigkeit. Dasselbe Phänomen - völlige Stagnation in den Kleinbetrieben, zunehmende Dynamik mit zunehmender flächenmäßiger Betriebsgröße - zeigte sich auch bei der Aufstockung der Viehbestände. Die "Großen" werden also anhaltend größer, die "Kleinen" bleiben klein. - Eine "Spezialisierung" (weniger Betriebszweige) planten nur knapp 5 % der Befragten - in diesem Bereich dürfte die Hauptwelle bereits verebbt sein. Bei den Spezialisierungsabsichten zeigte sich deutlich der Einfluß des fachlichen Bildungsgrades. - Etwa 27 % der Befragten gaben an, Änderungen an ihren Wirtschaftsgebäuden zu planen; diese Absicht betraf zu fast 48 % einen Umbau. Gästezimmer vermieteten im Durchschnitt 12 % aller Befragten (laut LBZ 1980 9,4 %).

Eine echte Buchführung hatten 11,1 % der Befragten. Nach Gemeindetypen ist der Anteil buchführender Landwirte in den industrienahen Gemeinden am höchsten und in den Grenzlandgemeinden am niedrigsten, nach Bundesländern am höchsten in Vorarlberg. Pächter haben mit 17 % häufiger eine Buchführung als Eigentümer mit 10 %. Mit der Betriebsgröße nimmt der Anteil der buchführenden Landwirte ziemlich stetig zu. - Als Grund für die Teilnahme an der Buchführung wurde mit 62,6 % "Interesse am Betriebsergebnis" am häufigsten genannt; umgekehrt gaben etwa 60 % der nicht Buchführenden als Grund "kein Interesse" an. Nach dem fachlichen Bildungsniveau überwiegt "kein Interesse" bei Landwirten ohne jegliche Fachausbildung mit fast 70 %.

Fast 33 % der Befragten gaben an, die einzige ständige Arbeitskraft auf ihrem Hof zu sein. In fast 47 % der Fälle, stehen zwei ständige Arbeitskräfte zur Verfügung, was ja der "Normalsituation" des bäuerlichen Familienbetriebes entspricht. 17 % gaben drei, 34 % mehr als drei ständige Arbeitskräfte an. Betriebe mit nur einer ständigen Arbeitskraft waren in den Industrie- und Agrargemeinden überproportional, in den Berggemeinden dagegen um zwei Drittel seltener anzutreffen. Zwischen der Zahl der Kinder und der Zahl der ständigen Arbeitskräfte besteht praktisch kein Zusammenhang, wohl aber mit der Zahl der insgesamt im Haushalt lebenden Personen. Zwei Drittel der befragten Betriebsleiter beschäftigten auch nichtständige Arbeitskräfte; die Beschäftigung einer nichtständigen Arbeitskraft ist mit 43,6 % am häufigsten. Die Sonderkulturbetriebe ragen mit einem besonders hohen Anteil von mehr als drei nichtständigen Beschäftigten heraus (74,5 %).

Beider Verteilung der betrieblichen Arbeit auf die Familienarbeitskräfte stand erwartungsgemäß der/die Betriebsleiter/in mit fast 92 % der Erstnennungen mit Abstand an erster Stelle. An zweiter Stelle folgt mit 66,4 % der Ehepartner; der Hoferbe wurde nur von 8,6 % der Befragten auf Rang 2, dagegen von 27,5 % auf Rang 3 gesetzt. - Bei zunehmender Kinderzahl und wachsender Haushaltsgröße geht der Erstrang des Betriebsleiters bei der Arbeitserledigung anteilsmäßig zurück. - Nur knapp 12 % der Befragten beschäftigen ständige und/oder nichtständige Lohnarbeitskräfte; dieser Anteil war mit über 34 % in den Agrargemeinden mit Abstand am höchsten. Nur 10,7 % aller Lohn-Arbeitskräfte bzw. 15 Personen sind ständig beschäftigt.

Über 88 % der Befragten gaben an, daß der Ehepartner ständig im Betrieb mitarbeite; dabei geht es praktisch in erster Linie um die Mitarbeit der Frau. Mit dem Anstieg des fachlichen Bildungsniveaus des Betriebsleiters geht der Anteil der "ständigen" Mitarbeit des Ehepartners zurück. In Ackerbau- und Sonderkulturbetrieben ist eine ständige Mitarbeit der Frau ebenfalls relativ selten. Hauptbereich der ständigen Mitarbeit des Ehepartners ist mit über 51 % die Stallarbeit, gefolgt von der Außenwirtschaft. Oft wurden aber beide Bereiche als gleichrangig angegeben. 73,5 % der befragten Männer gaben an, die Mitarbeit der Frau sei für sie von "entscheidender" Bedeutung; dieser Anteil war in den Grenzlandgemeinden mit fast 86 % am höchsten und in den Agrargemeinden mit fast 61 % am geringsten. Das Lebensalter der Betriebsleiter spielt für die Wertschätzung der Frau als Mitarbeiterin keine Rolle.

Im Durchschnitt fühlten sich 42,6 % der Befragten ständig "stark" mit Arbeit belastet, 55,7 % die größte Gruppe - zeitweise, nur 1,6 % nie. Zwischen der Zahl der ständigen Arbeitskräfte und dem Ausmaß der Arbeitsüberlastung besteht überraschenderweise kein Zusammenhang: Betriebe mit mehreren ständigen Arbeitskräften - sehr häufig Bergbauernbetriebe - haben offenkundig einen entsprechend erhöhten Arbeitsanfall. 18,5 % der sich ständig belastet fühlenden, dagegen nur 10,5 % der selten oder nie Belasteten haben schon einmal Betriebshilfe beansprucht. - Trotz häufiger "starker" arbeitsmäßiger Belastung äußerte nur eine relativ geringe Minderheit von 15,4 % die Meinung, aus arbeitswirtschaftlichen Gründen den Betrieb umstellen oder vereinfachen zu müssen. Freilich hat gerade in den arbeitsmäßig besonders häufig stark belasteten Grünlandgebieten mit Rinder- bzw. Milchviehhaltung die dem Standort entsprechende mögliche Betriebsvereinfachung in der Regel längst ihren Abschluß gefunden.

Mitglieder von Maschinengemeinschaften waren 53 % der befragten Betriebsleiter, verglichen mit nur knapp 31 % bei den Maschinenringen. Ersterer Anteil ist in den industrienahen Gemeinden mit fast 74 % mit Abstand am höchsten, nach Bundesländern in der Steiermark und im Burgenland. Mit der flächenmäßigen Betriebsgröße steigt offenbar die Bereitschaft zur Mitgliedschaft in Maschinengemeinschaften. - Auch die Maschinenring-Mitgliedschaft erreicht ein Maximum von 40,5 % in den industrienahen Gemeinden und ein Minimum von nur 11,2 % in den Grenzlandgemeinden; nach Bundesländern stehen Vorarlberg und Oberösterreich an der Spitze. Mit der flächenmäßigen Betriebsgröße nimmt auch die Häufigkeit der Maschinenring-Mitgliedschaft zu, allerdings nur bis zur Gruppe der Betriebe mit 20-50 ha, während theoretisch gerade die kleineren Betriebe stärker vom Maschinenring Gebrauch machen sollten. Unter den Betriebsformen zeigen die Acker- und Acker-Grünlandwirtschaften eine besonders hohe, die reinen Grünlandwirtschaften erwartungsgemäß die niedrigste Beteiligungsrate. - Die Intensität der Maschinenring-Inanspruchnahme ist eher gering: Die "seltene" Inanspruchnahme von Ring-Leistungen stand bei fast 38 % aller Mitglieder im Vordergrund, gefolgt von einer "gelegentlichen" Benutzung mit knapp 37 %; nur 25,5 % der Mitglieder bedienen sich des Ringes regelmäßig.

Als Grund für die Nichtmitgliedschaft in einem Maschinenring wurde mit fast 45 % am häufigsten "kein Interesse" angegeben, was teilweise wohl auch "kein Bedarf" bedeuten dürfte. Das Fehlen eines Ringes in der betreffenden Gegend folgte mit 44,4 % an zweiter, "schlechte Erfahrungen" mit nur 1,8 % mit weitem Abstand an dritter Stelle. Einem Maschinenring beitreten, falls ein solcher in der betreffenden Gegend gegründet wurde, würden "mit Sicherheit" nur 17,5 % der Nichtmitglieder; 27,7 % würden "vielleicht" beitreten. Der Anteil der "sicheren" Beitreter war in den industrienahen Gemeinden mit fast 25 % mit Abstand am höchsten.

Hinsichtlich der Aushilfe im Krankheitsfall ergab sich, daß die Bauernfamilie bei der Bewältigung dieses Problems in erster Linie auf sich selbst angewiesen ist: Fast 55 % aller Befragten hatten in diesem Fall keine Extrahilfe, sondern vertrauten in erster Linie auf einen verstärkten Einsatz des Ehepartners bzw. der sonstigen ständigen Arbeitskräfte. Kinder stehen mit fast 17 % an erster Stelle und mit 30,5 % an zweiter Stelle unter den aushelfenden Personen, Altenteiler an dritter Stelle. Mit der flächenmäßigen Betriebsgröße nimmt interessanterweise der Anteil des verstärkten Einsatzes ständiger hofeigener Arbeitskräfte deutlich und kontinuierlich zu.

Einen Betriebshelfer hatten nur 17,5 % der Befragten jemals beschäftigt (nicht zu reden von einem regelmäßigen Einsatz). Am höchsten war dieser Anteil mit fast 22 % in den industrienahen Gemeinden, am niedrigsten mit 12,4 % in den Agrargemeinden. Mit der flächenmäßigen Betriebsgröße nimmt die Häufigkeit des Betriebshelfereinsatzes relativ kontinuierlich zu. Deutlich positiv ist auch der Zusammenhang der Inanspruchnahme von Betriebshilfe mit der Mitgliedschaft in einem Maschinenring: 32,5 % der Ringmitglieder, dagegen nur knapp 11 % der Nichtmitglieder haben bereits Betriebshelfer eingesetzt. - Von denjenigen Betriebsleitern, die noch niemals Betriebshilfe in Anspruch genommen haben, gaben 89 % an, "keinen Bedarf" dafür zu haben; zu teuer Wäre die Betriebshilfe nur 7,2 %. Grundsätzlich Interesse am Einsatz von Betriebshilfe äußerten immerhin 67,6 % aller Befragten. Betriebsleiter mit Interesse an Betriebshilfe gehören mit fast 66 % Erstnennungen weit überdurchschnittlich oft zur Gruppe derjenigen, denen im Krankheitsfall normalerweise "niemand" hilft. - Unter den Interessenbereichen für einen Betriebshilfe-Einsatz steht Krankheit mit 93,4 % Nennungen entschieden im Vordergrund, in weitem Abstand gefolgt von Arbeitsspitzen (4,2 %) und Urlaub (2,4 %). Als etwas enttäuschend empfanden wir, daß lediglich 10,6 % der Befragten eine nebenberufliche Tätigkeit als Betriebshelfer für sich in Erwägung zogen; neben unzureichender öffentlicher Förderung dürfte hiefür wohl auch ein gewisser Mangel an Einsicht in berufsständische Selbsthilfemöglichkeiten verantwortlich sein. In der Beurteilung dieser Frage erweist sich der "persönliche Faktor" als ausschlaggebend.

Dem Absatzverhalten der Befragten wurde auf ausdrücklichen Wunsch des BMLF relativ breiter Raum gewidmet. - Mit Abstand am häufigsten wurde die Milch als wichtigstes Marktprodukt in den 1. Rang gesetzt (über 21 % Erstnennungen), mit Abstand gefolgt von Rindern (5,6 %) Wein und Obst (5,5 %) und Getreide (4,4 %). Nach Gemeindetypen ergaben sich bei den Erstnennungen klare Schwerpunkte bei Getreide in den Agrargemeinden und bei Schweinen sowie Eiern und Geflügel in den industrienahen Gemeinden. - Bezüglich der Rangordnung der Absatzwege steht die Genossenschaft mit 33 % Erstnennungen an der Spitze, mit Abstand gefolgt vom Landesproduktenhandel. Die Direktvermarktung an 1. Stelle nannten nur 1,3 % der Befragten. In den Berggemeinden ist die Genossenschaft mit fast 42 % Erstnennungen mit Abstand wichtigster erstrangiger Marktpartner (vorherrschende Milcherzeugung), in den Agrar- und Grenzlandgemeinden dagegen nur zu knapp 28 bzw. 22 %. Wer nur einen Marktpartner hat, setzt seine Erzeugnisse zu fast 45 % erstrangig über die Genossenschaft ab; dieser Anteil sinkt bei zwei Marktpartnern auf 38 % und bei mehr als zwei Marktpartnern auf 28 %. Nur einen Marktpartner bei ihrem wichtigsten Produkt bzw. ihren Produkten gaben 17,4 % der Befragten an, zwei Marktpartner 30,3 %, mehr als zwei Marktpartner immerhin 52,4 %, selbstverständlich mit großen produktweisen Unterschieden. Nach der Betriebsform haben Inhaber von Ackerwirtschaften mit 77 % stark überdurchschnittlich oft mehr als zwei Marktpartner, gefolgt von den Sonderkulturbetrieben mit 66 %; das Schlußlicht bilden die Grünland- und Acker-Grünlandwirtschaften. 71,2 % aller Befragten erklärten sich mit ihren Marktpartnern als "zufrieden", allerdings wenigstens 20mal mit der einschränkenden Anmerkung "keine Wahl" oder "Was bleibt einem übrig?" Nur 13,4 % waren ausdrücklich unzufrieden, 15,4 % wußten keine Antwort bzw. (eher) wollten keine geben. Das Ergebnis der offenen Frage nach den Gründen von Zufriedenheit bzw. Unzufriedenheit mit den Marktpartnern war reichhaltig. Zufrieden mit ihrem Marktpartner sind fast 82 % der Betriebsleiter mit nur einem, dagegen nur 69 % derjenigen mit mehr als zwei Marktpartnern; viel von der "Zufriedenheit" der Bauern ohne Wahl dürfte allerdings eher Resignation sein.

Von den insgesamt 149 Betriebsleitern, die angaben, Direktabsatz (Selbstvermarktung) zu betreiben, wurden praktisch alle denkbaren Erzeugnisse wenigstens einmal genannt. Relativ am häufigsten (fast 34 % der insgesamt 233 Nennungen) wurde Wein direkt vermarktet, gefolgt von Fleisch und Fleischwaren (32,6 Eiern (22,7 %), Milch (19,7 %) sowie Obst und Gemüse (16,3 %). Nach Gemeindetypen war der Direktabsatz von Milch am stärksten in Berggemeinden und industrienahen Gemeinden.

Hinsichtlich der Form der Selbstvermarktung überwiegt der ab Hof-Verkauf mit Abstand, gefolgt vom "Verkauf im Umherziehen", konkret die Hausbelieferung von in der Regel festen Kunden. Nach Gemeindetypen überwiegt der ab-Hof-Absatz (hauptsächlich Milch, Milchprodukte und Fleisch betreffend) am stärksten in den Berggemeinden (über 98 %).Nach dem Kundenkreis erfolgt der Direktabsatz mit 74,3 % weitaus am häufigsten an Nachbarn - dieser ist wohl weitgehend mit dem ab-Hof-Verkauf identisch; mit Abstand an zweiter Stelle folgen Ausflügler und Urlauber mit zusammen 23,3 %. Nach Produkten geht Milch zu 84 % an Nachbarn und zu 11 % an Urlaubsgäste. 84,5 % der Selbstvermarkter gaben an, (auch) Stammkunden zu haben; in den industrienahen Gemeinden ist dieser Anteil mit 93,4 % am höchsten. Nach Produkten ist der Stammkundenanteil am höchsten bei Wein (97,4 %).

Bezüglich der Weiterentwicklungsabsichten für die Direktvermarktung wurde am häufigsten (von 72,6 % aller Selbstvermarkter) die Absicht geäußert, den Direktabsatz etwa im bisherigen Umfang weiterzuführen; fast 21 % dachten an eine Ausweitung, nur 3 % wollten die Selbstvermarktung einschränken, 3,8 % sie ganz aufgeben. Als wichtigster Grund für die Einschränkung oder Aufgabe der Direktvermarktung wurde mit Über 52 % der hohe Arbeitsaufwand genannt, gefolgt vom Argument "bringt zu wenig". Auf die Frage, ob verstärkte Direktvermarktung das Einkommen der Bauern verbessern könne, äußerten immerhin 974 Befragte eine Meinung. Die "nein"-Antworten waren dabei mit 52,3 % insgesamt etwas häufiger als die "ja"-Antworten.

Außerlandwirtschaftliche Einkommensquellen (außer Sozialeinkommen) gaben nur knapp 19 % der Befragten an. Dieser Anteil war am höchsten in den Berggemeinden mit fast 28 %. Jüngere Betriebsleiter haben etwas öfter Nebeneinkünfte als ältere. Eine Beziehung zwischen der Höhe des verfügbaren Haushaltsbudgets und einer außerlandwirtschaftlichen Einkommensquelle ließ sich abgesehen von den Extremwerten nicht feststellen. Nach der Art der außerlandwirtschaftlichen Nebeneinkünfte wurde ein "Zuerwerb" (einschließlich Fremdenverkehr) mit fast 74 % der Nennungen, weitaus am häufigsten geltend gemacht, gefolgt von "sonstigen" Einkommensquellen mit 22,6 %. Nach Gemeindetypen war der "Zuerwerb" mit 82-84 % am stärksten in den Agrar- und Berggemeinden verbreitet. Im bergbäuerlichen Zuerwerb ist auch die Fremdenzimmervermietung mit enthalten. Fast 95 % der Ehepartner der Befragten hatten kein zusätzliches Einkommen. - Als "erheblich" mit Ausgedingeleistungen belastet empfanden sich 25,6 % aller Befragten. Das geschärfte ökonomische Bewußtsein läßt die besser Ausgebildeten die Ausgedingeleistungsverpflichtung offenbar häufiger als Belastung empfinden. Auch mit der Betriebsgröße nimmt der Anteil der sich "belastet" fühlenden Betriebsleiter kontinuierlich zu.

Unsere Frage nach dem "Einkommen" bezog sich auf die durchschnittlichen baren monatlichen Haushaltsausgaben für den persönlichen Bedarf der Familie; es wurde nach 6 Ausgabenstufen von unter 2.000 S bis über 10.000 S differenziert. Weniger als 2.000 S pro Monat hatten nur 1,5 % aller Befragten zur Verfügung, über 10.000 S immerhin 14 %. Der Schwerpunkt lag mit 32 % in der unteren Mittelgruppe mit 4.000-6.000 S. Nach Gemeindetypen waren die beiden untersten Gruppen mit 2,6 bzw. 29,8 % erwartungsgemäß am stärksten in den Berggemeinden vertreten, die oberste Gruppe (über 10.000 S) dagegen mit 36,3 % in den Agrargemeinden (Berggemeinden: 2,1 %). Fast 64 % der Landwirte ohne jede Fachbildung hatten weniger als 6.000 S monatlich zur Verfügung, dagegen fast 67 % der Landwirtschaftsmeister mehr als 6.000 S. Die Betriebsgröße hat naturgemäß entscheidenden Einfluß auf das landwirtschaftliche Einkommen sowie auch auf die für den privaten Verbrauch verfügbaren Barmittel. Die diesbezüglichen Auswirkungen der flächenmäßigen Betriebsgröße sind allerdings nur in den Extremen eindeutig. Nach der Betriebsform haben die Ackerwirtschaften die höchsten, die Grünland- und Grünland-Waldwirtschaften die niedrigsten monatlichen Barausgaben. Ebenso wenig wie die Zahl der Haushaltsmitglieder hat die Zahl der ständigen Arbeitskräfte einen Einfluß auf die Verteilung der bäuerlichen Haushalte nach Ausgabenstufen.

Beider Beurteilung des Gesamteinkommens lagen die Schwerpunkte "gut" und "befriedigend" zusammen bei 27,3 "bescheiden" und "unzureichend" zusammen bei 72,4 %. Ein Zusammenhang zwischen der Beurteilung des Einkommens und der Zahl der Kinder besteht zwar, doch ist er relativ schwach und wird offenbar von anderen Faktoren (insbesondere dem bergbäuerlichen Charakter des Betriebes) überlagert. Das fachliche Ausbildungsniveau hat auf die Beurteilung der Einkommenslage nur in der Kategorie der Landwirtschaftsmeister einen signifikanten Einfluß. Nach der Höhe des verfügbaren Haushaltsbudgets fühlen sich fast 39 % der Betriebsleiter mit weniger als 2.000 S monatlich, aber auch nahezu 29 % derjenigen mit mehr als 10.000 S monatlich, "stark benachteiligt"; der Anteil der sich "leicht benachteiligt" Fühlenden schwankt zwischen den Ausgabegruppen kaum. - Hinsichtlich der Möglichkeiten der Einkommensverbesserung scheinen fast 40 % der Befragten resigniert zu haben; die Anmerkung "bessere Agrarpreise" verstärkte eher den Eindruck einer resignativen Einstellung. Immerhin folgt aber "besser vermarkten" mit fast 13 % Erstnennungen an zweiter Stelle. Nach der flächenmäßigen Betriebsgröße ist die Unfähigkeit, eine Lösung für bestehende Einkommensprobleme zu erkennen, bei den Kleinbetrieben deutlich stärker ausgeprägt als bei den Großbetrieben. Wer es für möglich hält, das bäuerliche Einkommen durch Direktvermarktung zu verbessern, rückt logischerweise "bessere Vermarktung" mehr als dreimal so häufig an die erste Stelle als andere Landwirte.

Was die Einstellung zum Nebenerwerb anlangt, zeigt unsere Befragung deutlich, daß die Aufnahme eines Nebenerwerbs wohl kaum als "Ideallösung" aller bäuerlichen Einkommensprobleme bezeichnet werden kann: Mitunter muß ein Nebenerwerb aus agrarbetrieblichen Gründen auch dann aufgegeben werden, wenn er in der Sicht des Einkommens weiterhin dringend benötigt würde. Immerhin 17,5 % aller Befragten hatten früher einmal einen unselbständigen Nebenerwerb = einen außerlandwirtschaftlichen Haupterwerb ausgeübt. Mit der Zunahme der flächenmäßigen Betriebsgröße verringert sich der Anteil der Betriebsleiter mit früherem Nebenerwerb erst ab der Größenklasse von 20-50 ha. Die mit Abstand häufigste Ursache für die Aufgabe des Nebenerwerbs war mit fast 61 % "Unvereinbarkeit mit der landwirtschaftlichen Betriebsführung"; in vielen Fällen dürfte dies so zu verstehen sein, daß der Nebenerwerb mit der vollen Hofübernahme aufgegeben wurde. Die an 2. Stelle genannte Ursache "Arbeitsüberlastung" (28,4 % der Befragten) deckt sich teilweise mit dem Motiv der "Unvereinbarkeit". Der Anteil der externen Ursachen der Nebenerwerbs-Aufgabe sinkt von 22,2 % bei den Inhabern von Betrieben mit 510 ha auf 4,3 % bei 20-50 ha; ein ähnliches Bild zeigt die Differenzierung nach der wirtschaftlichen Betriebsgröße. Betriebsleiter, die noch nie einen Nebenerwerb ausgeübt hatten, gaben hiefür zu 85,4 % als Grund ebenfalls "Unvereinbarkeit mit der landwirtschaftlichen Betriebsführung" an. Das konkrete Interesse an der Aufnahme eines außerbetrieblichen Nebenerwerbs war bei den befragten Betriebsleitern zum Erhebungszeitpunkt geringer als eigentlich erwartet: Über 85 % erklärten, nicht an die Aufnahme eines Nebenerwerbs zu denken, wofür als Hauptgrund wohl die "Unvereinbarkeit mit der landwirtschaftlichen Betriebsführung" unterstellt werden darf. Ein Einfluß der flächenmäßigen Betriebsgröße war nicht feststellbar, mit zunehmender wirtschaftlicher Betriebsgröße ging der Anteil der bedingten "Ja"-Antworten kontinuierlich zurück. Das monatliche Haushaltsbudget sowie die Einschätzung der Einkommenslage hatten praktisch keinen Einfluß auf die Bereitschaft zur Aufnahme eines Nebenerwerbs: Die "Kleinverdiener" streben keineswegs häufiger einen Nebenerwerb an als die "Großverdiener". Unter den Bedingungen für die Aufnahme eines Nebenerwerbs trat wiederum die Vereinbarkeit mit der landwirtschaftlichen Betriebsführung mit 54,5 % aller Nennungen hervor; auf die Bedingung. "guter Lohn" entfielen 24,2 %. Mit der flächenmäßigen Betriebsgröße geht die Bedeutung der Bedingung "guter Lohn" zurück, während die der Vereinbarkeit mit der Betriebsführung zunimmt.

Eine starke relative Mehrheit von fast 74 % vertrat die Ansicht, daß ein Nebenerwerb "immer" zur Vernachlässigung des landwirtschaftlichen Betriebes führe. Von einer vorherrschenden "vollen" Anerkennung als Berufskollegen kann unserer Erhebung zufolge auch heute noch keineswegs gesprochen werden: Nur 29,3 % der befragten Haupterwerbslandwirte akzeptierten die "Nebenerwerbler" vorbehaltslos, eine Mehrheit (51,1 %) mit Vorbehalt, Während 19,6 % erklärten, Nebenerwerbslandwirte seien keine "echten" Bauern mehr. Mit dem fachlichen Bildungsniveau nimmt die volle Akzeptanz kontinuierlich zu und die volle Nichtakzeptanz ab. Dasselbe gilt für die flächenmäßige Betriebsgröße.

Wichtigste fachliche Informationsquelle ist erwartungsgemäß mit Abstand die jeweilige wöchentlich bis monatlich erscheinende - Kammerzeitung: Im Durchschnitt betrafen 13,2 % aller Nennungen die Kammerzeitung im 1. Rang und weitere 3,1 % im 2. Rang. Nach Gemeindetypen genießen die Kammerzeitungen in den industrienahen Gemeinden mit über 18,3 % die relativ höchste Präferenz im 1. Rang, gefolgt von den Berggemeinden mit knapp 15 %; am niedrigsten ist diese Quote in den Agrargemeinden (7,9 %), vermutlich die Folge eines z.T. spezialisierteren Informationsbedürfnisses. Nach Bundesländern zeigen sich z.T. recht ausgeprägte Unterschiede, besonders hinsichtlich der Präferenz für die jeweilige Kammerzeitung. Nach der wirtschaftlichen Betriebsgröße zeigte sich eine ausgeprägte Abnahme der Präferenz für die Kammerzeitung mit steigendem Einheitswert von 17 % auf 5 % Erstnennungen; derselbe Zusammenhang besteht mit der Zunahme der monatlichen Haushaltsausgaben.

Auch als Informationsquelle für das Marktgeschehen steht die Kammerzeitung mit 21 % Erstnennungen an der Spitze, allerdings nur dann, wenn sie entweder wöchentlich erscheint oder kein wöchentliches "Konkurrenzblatt" besteht; ist letzteres der Fall, so tritt dieses in den Vordergrund (z.B. der "Bauernbündler" in Niederösterreich). Nach der Betriebsform spielt die Kammerzeitung als Markt-Informationsquelle in den Ackerwirtschaften und Sonderkulturbetrieben mit jeweils nur knapp 13 % Erstnennungen erwartungsgemäß die geringste Rolle; dort treten die Genossenschaft und auch die Händler stärker hervor. Je mehr Marktpartner ein Betriebsleiter hat, desto mehr tritt die Kammerzeitung als primäres Informationsmedium zurück.

Auf die Frage nach den Beratungskontakten erklärten fast 34 %, "öfter" von einem Berater bzw. einer Beraterin der Kammer besucht worden zu sein; als "selten" bezeichneten 42,4 % die Beraterbesuche, und knapp 24 % gaben an, nie einen solchen Besuch empfangen zu haben. Mit der flächenmäßigen Betriebsgröße nimmt auch die Intensität der Beratungskontakte deutlich und kontinuierlich zu. Nach dem verfügbaren Haushaltsbudget ließ sich keine Benachteiligung der ärmeren Bauern seitens der Beratung feststellen; im Gegenteil. Für einen Beraterbesuch ist die Initiative seitens den zu Beratenden, also das Ansuchen um einen Besuch, mit fast 88 % die Regel und die Initiative des Beraters eher die Ausnahme. Die Ansichten darüber, ob sich die Berater bzw. Beraterinnen aus eigenem Antrieb stärker bzw. häufiger um ihre Klienten kümmern sollten, sind ausgesprochen geteilt. Mit der Höhe der monatlichen Haushaltsausgaben nimmt auch das Interesse an verstärkter Beraterzuwendung zu. - Als wichtigste Leistungen der Landwirtschaftskammer wurde die Hilfe in Förderungsangelegenheiten (Beihilfe, Kredite ... ) mit 31,6 % relativ am häufigsten genannt. An zweiter Stelle folgte der Häufigkeit nach die Betriebsberatung, an dritter Stelle die Sozialberatung. Nach der Betriebsform ist die Betriebsberatung für die Sonderkulturbetriebe mit fast 32 % der Nennungen besonders wichtig.

Auch Angaben über Lebensstandard und Versorgung wurden erfragt. Fast 43 % der Wohnhäuser der Befragten waren bereits vor 1900 errichtet worden, über 36 % erst nach 1960. Diese Angaben decken sich weitgehend mit denen der Häuser- und Wohnungszählung 1981. Den höchsten Anteil an vor 1900 errichteten bäuerlichen Wohnhäusern haben die Berggemeinden mit über 59 %, den niedrigsten die Grenzlandgemeinden mit 21,2 %. Das Lebensalter der befragten Betriebsleiter steht in keiner Beziehung zum Alter ihrer Wohnhäuser; Landwirtschaftsmeister haben häufiger nach 1960 erbaute Wohnhäuser als Bauern mit niedrigerem Ausbildungsniveau. Nach der Betriebsform finden sich die höchsten Anteile vor 1900 errichteter Höfe in den Grünland- und Grünland-Waldwirtschaften, die niedrigsten in den Ackerwirtschaften und Sonderkulturbetrieben. Mit der Höhe der monatlichen Haushaltsausgaben sinkt der Anteil der vor 1900 errichteten Wohnhäuser ziemlich kontinuierlich.

Der Bau bzw. Erhaltungszustand des Wohnhauses wurde von 57,5 % der Befragten als "gut" bezeichnet, von 32,1 % als teilweise sanierungsbedürftig und von 10,3 % als stark sanierungsbedürftig; den besten Bauzustand gaben die Grenzlandgemeinden an. Nach Bundesländern weist das Burgenland den höchsten Anteil von in "gutem" Zustand befindlichen Bauernhäusern (fast 79 %) auf, gefolgt von Niederösterreich. Je jünger der Betriebsleiter bei der Hofübernahme war, in desto besserem Bauzustand befindet sich sein Wohnhaus. Nach der Höhe des verfügbaren Haushaltsbudgets sind ab der Ausgabenstufe 4.000-6.000 S monatlich 60-67 % der Wohnhäuser in "gutem" Zustand. Deutlich ist der Zusammenhang der Qualität der bäuerlichen Wohnhäuser mit der subjektiven Sicherheit der Hofnachfolge: Fast 60 % der Wohnhäuser in Höfen mit "gesicherter" Nachfolge, aber nur 41 % in Höfen mit nicht gesicherter Nachfolge befinden sich in "gutem" Bau- und Erhaltungszustand.

Der Ausstattungsgrad der Bauernhaushalte hat inzwischen allgemein ein sehr hohes Niveau erreicht, das bei manchen Ausstattungsgütern (z.B. Geschirrspülern) sogar über dem österreichischen Durchschnitt liegt; besonders bemerkenswert erscheinen u.a. die Telefonausstattung von über 90 % sowie das Vorhandensein von Farbfernsehern in fast 66 % der Bauernhaushalte. Nach Gemeindetypen ist die Ausstattung bei fast sämtlichen Positionen in den Agrargemeinden an besten, gefolgt von den industrienahen Gemeinden; relativ am schlechtesten ist sie teils in den Berggemeinden, teils in den Grenzlandgemeinden. Die flächenmäßige Betriebsgröße wirkt sich in den beiden Größenklassen unter 10 ha in um 10-25 %-Punkte schlechteren Ausstattungsgraden aus; nach der wirtschaftlichen Betriebsgröße sind die Unterschiede noch weit stärker ausgeprägt. Insgesamt ließ sich aber doch eine relativ geringe Differenzierung des zivilisatorischen Grund-Standards unserer Bauernschaft erkennen.

Eine Frage nach der Raumgliederung des Wohnbereiches bezüglich Wohnküche/Wohnstube und Einzelräumen sollte Hinweise auf die "Wohnkultur" der befragten Bauern bringen. Vor 1945 errichtete Wohnhäuser haben erwartungsgemäß häufiger nur eine Wohnstube und keine Einzelräume für die verschiedenen Familienmitglieder als neuere Bauten. - Eine deutliche Mehrheit der Befragten (38,3 %) empfindet ihre Wohnung bzw. den Wohnbereich als "ausreichend" ausgestattet; 20,6 % bezeichneten das Ausstattungsniveau sogar als "gut", 21,1 % dagegen als "dürftig" bzw. "mangelhaft". Die "gute" Ausstattung wurde in den industrienahen Gemeinden relativ am häufigsten angegeben, eine "dürftige" Ausstattung am häufigsten in den Grenzlandgemeinden, gefolgt von den Berggemeinden. Mit dem Niveau der allgemeinen und fachlichen Ausbildung nimmt die Ansicht, eine "gut" ausgestattete Wohnung zu haben, deutlich und kontinuierlich zu. Nach der Betriebsform fallen die Grünlandwirtschaften mit einem deutlich erhöhten Anteil "dürftig" ausgestatteter Wohnungen auf. Knapp 24 % der Befragten hatten an ihrer Wohnung nichts zu bemängeln. An zweiter Stelle folgten mit 23 % der Antworten Mängel in der Wohnungsausstattung, an dritter Stelle unzulängliche Heizbarkeit, an vierter Feuchtigkeit. Mit der Betriebsgröße nimmt der Anteil der "kein Mangel"-Antworten deutlich und kontinuierlich zu. An stark sanierungsbedürftigen Wohnhäusern wurden am häufigsten unzulängliche Heizbarkeit, schlechte Ausstattung und Feuchtigkeit bemängelt.

Schwierigkeiten bei der Versorgung mit lebenswichtigen Gütern und Dienstleistungen gaben nur 6 % der Befragten an. Nach Gemeindetypen waren Versorgungsprobleme in den Grenzlandgemeinden mit 14 % relativ am häufigsten. Als Ursache für bestehende Probleme wurden mit knapp 52 % der Antworten unzulängliche Einkaufsmöglichkeiten am Wohnort angegeben, gefolgt von schlechten (öffentlichen) Verkehrsbedingungen. Einen PKW besitzen laut unserer Erhebung fast 85 % der Befragten, mehr als im Österreich-Durchschnitt (rund 80 %). Mit der Betriebsgröße erhöht sich der Anteil der PKW-Besitzer deutlich und kontinuierlich. Ganzjährig - also auch im Winter - mit dem PKW erreichbar, sind die Höfe von 97,3 % der Befragten. Bei 78,4 % der Befragten ist der Zufahrtsweg zum Hof nur bis zu 1 km lang. Die Bergbäuerlichkeit ist erwartungsgemäß das wichtigste Kriterium für die Länge des Zufahrtsweges. Ein öffentliches Verkehrsmittel in bequemer Fußgängerentfernung haben immerhin 63,2 % der befragten Betriebsleiter, am häufigsten in Grenzlandgemeinden, am seltensten in Berggemeinden.

Die Frage nach dem Ausmaß der Freizeit beantworteten knapp 38 % der Betriebsleiter mit "ja", während 62 % sie verneinten. Allerdings brachten 49 Befragte die Zusatzanmerkung an: "im Winter" bzw. "im Sommer". Nach Betriebsformen ist der Anteil der Landwirte, die über genug freie Zeit verfügen, bei den Ackerwirtschaften mit 53,4 % am höchsten und in den Ackergrünland- und Acker-Waldwirtschaften mit 29 bzw. 27 % am geringsten. Je jünger ein Betriebsleiter bei der Hofübernahme war, desto eher verfügt er über genügend Freizeit. - Die relativ häufigste einzelne bäuerliche Freizeitaktivität ist mit 7,4 % aller Nennungen erwartungsgemäß das Fernsehen, gefolgt von Lesen mit 6,5 % und Schlafen, Ausruhen mit 4,3 %. Daneben wurde in Anmerkungen eine Vielzahl von Aktivitäten geltend gemacht, von der Jägerei bis zum Stricken und Musizieren. Mit höherer Allgemeinbildung nimmt auch bei den Bauern der Stellenwert des Lesens als bevorzugter Freizeitbeschäftigung zu.

Bezüglich Ausflügen usw. nannten die Befragten von den Alternativen, kurzfristig vom Hof wegzukommen mit über 45 % der Nennungen relativ am häufigsten Veranstaltungsbesuche, gefolgt von Tagesausflügen. Die Zahl der ständigen Arbeitskräfte hat auf die Ausflugs- bzw. Reisetätigkeit praktisch keinen Einfluß. - Die verbreitete Unmöglichkeit, Urlaub zu machen, ist sicherlich ein "wunder Punkt" im bäuerlichen Leben. In Abweichung von verschiedenen anderen Erhebungen mit anderen Urlaubsdefinitionen gaben 93 % der Befragten an, nicht alljährlich mindestens eine Woche lang zusammenhängend Urlaub zu machen; in den Berggemeinden sind es sogar über 98 %, in den Agrargemeinden nur 84,3 %. Das Bildungsniveau spielt auch für das Urlaubsverhalten eine positive Rolle. Nach der Betriebsform machen die Inhaber von Ackerwirtschaften mit fast 22 % mit Abstand am häufigsten Urlaub, gefolgt von denen von Sonderkulturbetrieben. Ihren Urlaub verbringen Bauern zu über 60 % im Inland (ohne Verwandtschaftsbesuche), zu 36 % im Ausland und wider Erwarten nur zu 3,8 % bei Verwandten.

Bei der Lektüre von Tageszeitungen lassen die Bauern nur eine weit unterdurchschnittliche Leseintensität erkennen; sie folgten mit nur 19,4 % der Nennungen erst an dritter Stelle. Den ersten Platz nehmen mit über 41 % die Landwirtschaftszeitungen ein, die ja für Bauern auch am leichtesten zugänglich sind. Nach Gemeindetypen wurde die Lektüre von Landwirtschaftszeitungen mit 48,4 % am häufigsten in Berggemeinden genannt. Mit der wirtschaftlichen Betriebsgröße geht der Anteil der bevorzugten Landwirtschaftszeitungsleser zurück, während jener der Tageszeitungsleser zunimmt.

Auf "gehobene" geistige Interessen zielte die Frage nach der Buchlektüre. Mit 46,5 % deckt sich in unserer Befragung der Anteil der "Nie"-Leser ziemlich genau mit dem Mikrozensus-Ergebnis; weitere 45,8 % lesen nur "selten" ein Buch, nur 7,7 % sind "regelmäßige" Leser. Die Unterschiede zwischen den Gemeindetypen sind gering, sehr ausgeprägt dagegen der Einfluß des allgemeinen Bildungsniveaus. Die (regelmäßigen oder seltenen) Buchleser nennen mit 37,4 % mit Abstand am häufigsten landwirtschaftliche Fachbücher als bevorzugte Lektüre; es folgen Sachbücher, Reisebeschreibungen und politische Bücher. Die Nichtleser gaben als Grund hiefür mit über 51 % am häufigsten "kein Interesse" an, gefolgt vom Motiv "zu müde".

Das Fernsehen ist inzwischen auch im Bauernhaus neben der Landwirtschaftszeitung das verbreitetste Medium: 77 % der Befragten gaben an, "regelmäßig" (d.h. mehr oder weniger täglich) fernzusehen; dieser Anteil entspricht etwa dem österreichischen Durchschnitt. Nach Bundesländern ist regelmäßiges Fernsehen am wenigsten mit nur 37 % in Vorarlberg verbreitet, wo dafür überdurchschnittlich viel gelesen wird. Mit der Betriebsgröße nimmt auch der Anteil der regelmäßigen Fernseher deutlich zu. Beliebteste Fernsehsendungen sind die Nachrichten (Zeit im Bild, Österreichbild).

Als wichtigste Beziehungspersonen außerhalb der Familie treten Verwandte und Nachbarn mit knapp 13 bzw. 11 % Erstnennungen etwa gleichrangig als wichtigste Gruppen hervor; andere Landwirte und nichtbäuerliche Menschen folgen erst mit Abstand. Eine gewisse Bildungsabhängigkeit der Verkehrskreise zeigt sich daran, daß bei den Betriebsleitern ohne jede Fachausbildung und bei Berufsschulabsolventen die primären Verwandtschaftskontakte häufiger an erster Stelle stehen als bei gebildeteren Landwirten.

44 % der Befragten gaben an, irgendein Ehrenamt auszuüben; die Anteile ehrenamtlicher Funktionsträger waren in Agrargemeinden und industrienahen Gemeinden überdurchschnittlich hoch. Noch ausgeprägter sind die Unterschiede nach Bundesländern. Das Niveau der Allgemeinbildung sowie der fachlichen Bildung beeinflußt die Bereitschaft (und z.T. wohl auch die Fähigkeit) zu Ausübung eines Ehrenamtes deutlich. (Anteilsunterschiede zwischen 35 und 70 %.) Ein Drittel aller ehrenamtlich tätigen Landwirte üben eine Funktion in der bäuerlichen Standesvertretung aus; die Hypothese, daß Großbauern" häufiger als Klein- und Mittelbauern in ihrer Standesorganisation wirken, konnte nicht bestätigt werden.

Die gesundheitliche Situation der bäuerlichen Bevölkerung erwies sich auch in unserer Erhebung insgesamt als unbefriedigend. Fast 64 % der Befragten waren im abgelaufenen halben Jahr in nicht routinemäßiger ärztlicher Behandlung, über 14 % zu Hause bettlägerig und über 16 % in Spitalsbehandlungen. Nach Gemeindetypen waren im Bezugszeitraum nicht routinemäßige ärztliche Behandlungen in den Grenzlandgemeinden deutlich am häufigsten. Aussagekräftiger ist die dauernde ärztliche Behandlung; "nur" 11 % der Befragten erklärten dauernd in ärztlicher Behandlung zu sein. Mit dem Alter nehmen die Fälle dauernder Behandlungsbedürftigkeit verständlicherweise zu: Von 5 % bei den 25-35jährigen Betriebsleitern auf 13,5 % bei den 45-55jährigen. Je geringer die - flächenmäßige oder wirtschaftliche - Betriebsgröße, desto häufiger ist dauernde ärztliche Behandlung.

Die nicht in dauernder ärztlicher Behandlung stehenden Betriebsleiter gaben als Grund hiefür zu 79 % an, sich gesund zu fühlen; 20 % hatten "keine Zeit zum Kranksein", nur 0,8 % gaben an, daß ein Arztbesuch bzw. Spitalsaufenthalt ihnen zu teuer sei. Fast 97 % der Befragten gaben an, der ihnen am nächsten wohnende praktische Arzt habe einen Vertrag mit der Bauernkrankenkasse.

Als dauernd körperlich behindert bezeichneten sich 12,5 % der Betriebsleiter; am häufigsten wurden Gehbehinderungen geltend gemacht. - Nahezu 32 % der Befragten gaben an, an einer chronischen Krankheit zu leiden, also fast dreimal so viele, als dauernd in ärztlicher Behandlung stehen, dieser Anteil ist in den Grenzlandgemeinden mit fast 38 % am höchsten. Insbesondere ab dem 50. Lebensjahr steigt der Anteil der chronisch Kranken fast sprunghaft auf 40-50 %. Mit über 39 % am häufigsten genannt wurden rheumatische Erkrankungen. - 16 % der Befragten gaben an, an Kriegsverletzungen oder Unfallfolgen zu leiden.

Was das allgemeine Gesundheitsgefühl anlangt, beurteilen die Befragten ihren Gesundheitszustand insgesamt nicht allzu ungünstig, wenngleich weniger günstig als andere Bevölkerungsgruppen. Insgesamt "gesund" "fühlten sich unserer Befragung zufolge knapp 84 % der Befragten, "eher krank" bzw. "leidend" dementsprechend über 16 %.

Volksschulabsolventen bezeichneten sich mit fast 20 % deutlich häufiger als insgesamt "leidend" als Landwirte mit höherer Allgemeinbildung (5-6 %), doch dürfte dies primär mit der Altersstruktur in Zusammenhang stehen. Landwirte mit stark sanierungsbedürftigen Wohnhäusern sind mit über 22 % signifikant häufiger leidend als Befragte mit Wohnhäusern in gutem Zustand. - 11,6 % der Befragten waren bereits wenigstens einmal auf Kur, relativ am häufigsten in den Agrargemeinden und industrienahen Gemeinden, am seltensten in den Grenzlandgemeinden. Von den Betriebsleitern, die noch nie auf Kur waren, gaben 56,4 % als Grund "keine Notwendigkeit" an, während immerhin 43,6 % "Zeitmangel" als Ursache nannten.

Eine behinderte Person zu pflegen hatten 10,4 % der Befragten in seinem/ihrem Haushalt.

Die an den Einheitswert gekoppelten Beiträge der Bauern zu ihrer Sozialversicherung sind die höchsten aller Österreichischen Sozialversicherungsbeiträge. Eine starke Mehrheit der Befragten von fast 64 % erklärte dementsprechend, die Sozialversicherungsbeiträge stellten für sie immer eine "erhebliche" finanzielle Belastung dar. Mit der Betriebsgröße steigt auch der Anteil der sich ständig "erheblich" belastet fühlenden Betriebsleiter kontinuierlich, während der Anteil der sich "nie" belastet Fühlenden ebenso kontinuierlich zurückgeht. Trotz der sicherlich ins Gewicht fallenden Beitragsprogression fällt es schwer, hier nicht "Quärulanz der Großen" zu vermuten.

Auf die Frage nach den schätzenswertesten Merkmalen des landwirtschaftlichen Berufes wurde mit fast 60 % Erstnennungen die "selbstbestimmte Tätigkeit" mit Abstand am häufigsten an erster Stelle der Vorzüge des Bauerseins genannt, gefolgt von der "Arbeit in der Natur" mit 24 %. Mit zunehmendem Alter verringert sich diese hohe Präferenz für "selbstbestimmte Tätigkeit", anderseits wird sie vom fachlichen Bildungsniveau praktisch nicht beeinflußt.

Als nachteiligstes Merkmal des landwirtschaftlichen Berufes steht das "geringe Einkommen" mit fast 70 % Erstnennungen mit weitem Abstand an der Spitze; das Einkommensproblem ist d e r immer wiederkehrende Hauptnachteil des Bauernseins. Es folgen die "lange und/oder schwere Arbeit mit durchschnittlich 16,2 % Erstnennungen und die "Betriebsgebundenheit" mit 9,2 %. Nach Gemeindetypen wurde der Nachteil "geringes Einkommen" mit über 33 % weitaus am häufigsten in den Grenzlandgemeinden in den 1. Rang gesetzt. Jüngere Landwirte weisen dem niedrigen Einkommen einen etwas geringeren Stellenwert als Hauptnachteil zu als ältere; dagegen steht bei ersteren die lange und/oder schwere Arbeit weit stärker im Vordergrund. Nach dem fachlichen Bildungsniveau läßt sich besonders bei Landwirtschaftsmeistern ein Absinken des Anteils der Erstnennungen von "geringem Einkommen" auf 50 % erkennen. Nach dem monatlichen Haushaltsbudget nennen Betriebsleiter der untersten Ausgabenstufe bis zu 2.000 S monatlich) das geringe Einkommen mit knapp 57 % weniger oft an 1. Stelle der Nachteile bäuerlicher Existenz als Betriebsleiter der höheren Ausgabenstufen 70-78 %.

Beim vergleichenden Abwägen der Vor- und Nachteile der bäuerlichen Wirtschafts- und Lebensform wurde ein Überwiegen der Vorteile mit 59,5 % um fast 20 % Punkte häufiger empfunden. Eine sehr große Rolle für die insgesamt positive oder negative Beurteilung des Bauerndaseins spielt das Vorhandensein oder Fehlen eigener Kinder. Mit dem Niveau der Allgemeinbildung nimmt dagegen der Anteil der "günstiger"-Beurteilungen ab. Je besser die erreichte oder angestrebte Berufsbildung des Hoferben ist, desto eher überwiegen in der Gesamtbeurteilung die Nachteile. Nach der Betriebsform ist das Überwiegen der Vorteile bei den Inhabern von mit Grünland verbundenen Betriebstypen mit 62-72 % überdurchschnittlich ausgeprägt. Bei "gesicherter" Hofübernahme wird die Landwirtschaft ebenfalls insgesamt positiver gesehen als bei ungesicherter. Ein Zusammenhang der Gesamtbeurteilung des Bauerndaseins mit der Höhe des verfügbaren Haushaltsbudgets läßt sich nicht feststellen.

Für die Ansicht, die Lage der Landwirtschaft bzw. des Bauernstandes habe sich heute im Vergleich zu früheren Zeiten zum besseren gewandelt, ließ sich in unserer Erhebung mit nur 44,4 % keine Mehrheit finden. Mit zunehmendem fachlichen Bildungsniveau sinkt der "Fortschrittsglaube", d.h. die Annahme, das Leben der Bauern habe sich gegenüber früher verbessert, wird kontinuierlich seltener. Mit der flächenmäßigen Betriebsgröße erhöht sich anderseits der Anteil der Betriebsleiter, die die heutige bäuerliche Lage günstiger als früher beurteilen. Wer sich einkommensmäßig im Vergleich mit anderen Berufsgruppen etwa gleichwertig fühlt, sieht die heutige Lage der Landwirtschaft zu über 61 % günstiger, wer sich dagegen stark benachteiligt fühlt, nur zu 24,6 %.

Unter den Gründen für eine "günstiger"-Beurteilung überwiegt erwartungsgemäß mit Abstand (über 61 % Erstnennungen) das Argument der Arbeitserleichterung; an zweiter Stelle folgt der allgemein höhere Lebensstandard. Volksschulabsolventen setzten die leichtere Arbeit dank Maschinen häufiger an die erste Stelle. - Unter den Gründen für eine relative Verschlechterung der bäuerlichen Lage dominierte erwartungsgemäß das im Verhältnis zur übrigen Bevölkerung verschlechterte Einkommen mit fast 73 % Erstnennungen. Nach Gemeindetypen herrscht das Einkommensargument in den industrienahen Gemeinden deutlich überproportional vor. Mit dem fachlichen Bildungsniveau vermindert sich - der Realsituation entsprechend - die Präferenz für das Hauptargument "relative Einkommensverschlechterung".

Auf die "Umwegfrage" nach dem zu erwartenden künftigen Interesse der bäuerlichen Jugend an der Landwirtschaft bekundeten knapp über 50 % der Befragten eine positive Einstellung, glaubten also wohl selbst an die Zukunft der Landwirtschaft; 30 % trauten der folgenden Generation kein entsprechendes Interesse mehr zu, knapp 20 % waren unentschieden. Nach Gemeindetypen war der Zukunftsglaube mit fast 70 % mehr ja"-Antworten in den Berggemeinden mit Abstand am ausgeprägtesten und in den Grenzlandgemeinden mit nur 13,5 % am geringsten. Auch mit dem Niveau der Fachausbildung verstärkt sich der Glaube an die Zukunft der Landwirtschaft, ebenso mit steigender flächenmäßiger Betriebsgröße. Die Höhe des verfügbaren Haushaltsbudgets steht dagegen mit der Zuversichtlichkeit hinsichtlich der Zukunft der Landwirtschaft in keinem erkennbaren Zusammenhang. Landwirte, die an die Zukunft ihres Berufes glauben, haben auch wesentlich häufiger genug Freizeit als Skeptiker; dasselbe trifft auf die Bereitschaft zu, nochmals Bauer zu werden.

Die Antworten auf die "Gretchenfrage", ob der bzw. die Betreffende selbst nochmals Bauer bzw. Bäuerin werden möchten, waren mit 65 % "ja"-Anteil deutlich positiver als bei der vorangegangenen Frage nach dem Zukunftsglauben. 19 % lehnten die Vorstellung, nochmals Bauer bzw. Bäuerin zu werden, ab, 16 % blieben unentschieden. Mit der flächenmäßigen Betriebsgröße nimmt der Anteil der Betriebsleiter, die nochmals Bauer werden möchten, deutlich zu. Nach der Betriebsform möchten die Inhaber von mit Grünland kombinierten Betrieben mit 77 bzw. 70 % Überdurchschnittlich häufig nochmals Bauer werden, am seltensten dagegen die Inhaber von Sonderkulturbetrieben (50 %). Die Höhe des verfügbaren Haushaltsbudgets läßt trotz der Klagen über das schlechte Einkommen keinen Zusammenhang mit der Bereitschaft, nochmals Bauer werden zu wollen, erkennen; im Gegenteil. Der Zustand des Wohnhauses und die Qualität der Versorgung wirken sich dagegen positiv auf die Bereitschaft, nochmals Bauer zu werden, aus.

Unter den von den Betriebsleitern und -leiterinnen auf die offene Abschlußfrage genannten Probleme überwiegen zahlenmäßig die Beschwerden über die wirtschaftliche und politische Lage der Landwirtschaft und den gesellschaftlichen Stellenwert des Bauerntums, während ganz persönliche "Bekenntnisse" zurücktreten.